"chancy Gärtner"von Ernst Deissinger

Zu seinen künstlerischen Vorbildern zählen die großen Meister der phantastischen Malerei,unter anderem der Niederländer Hieromius Bosch,der spanische Surrealist Salvadore Dali oder der Schweitzer Hansruedi Giger. 

Der Sonthofener Künstler Thomas Gärtner,wird von seinen Freunden Chancy gennannt und mit diesem Namen signiert er auch die Bilder aus seiner Werkstatt.Chancy Gärtner,der die Malerei und Grafik  als große Chance sieht ,sich und seine Ideen zu verwirklichen,ist ein Multitalent.Das betrifft seine künstlerisch grafischen,seine handwerklischen und seine musikalischen Ambitionen.Sehr eng verbunden mit der Malerei,die er sich als Autodidakt erarbeitete,betreibt Gärtner als Körperkünstler das Tätowierstudio"Skull-Tattoo"in seinem Haus in der Sonthofener Weststraße 4.

Zum Tätowieren kam Gärtner  durch eine Reumaerkrankung 1988,nach der der gelernte Maurer  seinen Weg als freier künstler einschlug.Gärtner über seine Bilder:"Sie entstehen vor allem für mich selbst,nicht für Auftraggeber. Mit meinen Arbeiten kkann ich den ganzen Wust loserden.der sich durch alle möglichen Einflüsse in meinem Kopf ansammelt.Aber auch spontan entwickeln sich Bilder.Sobald ich den ersten Strich gemacht habe,finden sie ihren Weg aus meinem Kopf aufs papier,die Haut oder die Leinwand.Manches mag auf den ersten Blick schockieren,aber da bin ich in guter Gesellschaft mit veilen Malern aus der Gegenwart und der Vergangenheit.

Ob man das Tätowieren als Kunst betrachten will,bleibt jedem selbst überlassen.Aus meiner Sicht sind unter den Tätowierern beachtenswerte Talente vertreten,wie zum Beispiel der Tätowierer Axel Losberg.Für mich ist das Tätowieren die Kunst,auf die Kunden einzugehen,ihre Wünsche undPhantasien umzusetzen und Bilder aus dem Kopf auf die Haut zu bringen-ohne einen einzigen Fehler zu machen".

Gärtners Begeisterung gilt neben der Malerrei historischen Gebäuden.Er besitzt selbst ein Haus aus dem Jahr 1829.Vor zehn Jahren kaufte er die ehemalige Küferei Krissmer und renovierte sie mit Hilfe seines Vaters.Er glaubt,das man Kunstwerke ambesten in Räumen mit Vergangenheit schaffen kann. Die nötigen authentischen  Werkstoffe für die Restaurierungsarbeiten suchte er sich aus alten Abbruchhäusernn zusammen.Im Keller des historischen Gebäudes hat sich Chancy einen eigenen Proberaum eingerichtet.Denn er tritt auch als Schlagzeuger der Allgäuer Punkband MELANIE auf. Und manchmal zieht er als Dudelsackspieler in der mittelalterlichen Truppe BEINHAUSMUSIK durch die Lande.Für seine Musikerfreunde restauriert er auch antike Instrumente.

Die Freude an der Kunst scheint in den Genen zu liegen,nicht nur bei Thomas Gärtner,auch bei seinem Bruder Andreas.Dieser engagierte sich bei der Sonthofener Künstlergruppe "Die Experten",die durch ihre Skulpturen und Großinstallationen für Aufsehen und Staunen sorgte.

Noch eine Ergänzung zu Thomas Gärtners künstlerischen Vorbildern:Mittelalterlich und schauerlich faszinierend malte Hieromyus Bosch im Jahr 1500 seinen "Garten der Lüste",der bis heute die Kunsthistoriker über die Bedeutung rätzeln lässt.Ebenso geheimnissvoll bleibt für sie zum Beispiel das erschreckende Bildszenario,das Piter Bruegel der Ältere mit "Triumph des Todes"(um 1562) betitelte.Auch der Altmeister Lukas Cranach der Ältere griff manchmal ins Horrorfach,wie mit den Bildern"Judith mit dem Haupt des Holofernes" oder den Bildern "die Versuchung des Heiligen Antonius",die um 1520 entstanden.Moderne Surrealisten wie Salvadore Dali,der sich ebenfalls mit der Versuchung des Heiligen auseinandersetze,sahen sich in der trdition dieser alten Meister.Oder der Schweitzer Hansruedi Giger,der durch seine Grafiken von den Produzenten Hollywoods als Filmdesigner engagiert wurde.1978 lieferte er die ersten Entwürfe für den phantastischen Horrorstreifen  "Alien".Weitere Beispiele für diese surrealistischen Bilderwelten liefert der Tätowierkünstler Axel Losberg,der sich auch als Maler einen Namen gemacht hat.

Thomas"Chancy "Gärtner hat mit solchen Vorbildern die Messlatte für seine Arbeiten sehr hoch angesetzt.Aber der Allgäuer sieht sich erst am Anfang seiner Laufbahn.Seine Reise in die phantastischen welten der Malerei haben erst begonnen.

Ernst Deissinger,Sept.2008